33. KONSTANZER JAZZHERBST

Mi. 17. – Sa. 20.10.2012

33. KONSTANZER JAZZHERBST

33 Jahre dauert es bis Sonnenzeit und unsere irdische Zeitrechnung wieder synchron laufen. Mit dazwischen liegenden acht Schaltjahren gleichen wir die Abweichungen aus. Nach 33 Jahren also schwingen Sonne, Mond und Erde wieder im gleichen Rhythmus. Vor 33 Jahren begann auch die Zeitrechnung unseres Festivals. Der Schwung hat über all die Jahre gehalten und unterschiedlichste Programm geboren.

Dieses Jahr erleben wir unterschiedliche Generationen von Musikern und Musikerinnen, wir erleben, wie junge Musiker von den Arrivierten gefördert werden und die Arrivierten von beeindruckender Frische durchdrungen sind. Sie alle befruchten sich und finden wie Sonne, Mond und Erde einen gemeinsamen Rhythmus, der uns mit bester Laune und großer Erwartung in die kommenden 33 Jahre blicken lässt.

Zu allen Gruppen finden Sie Hörproben auf unserer Webseite www.jazzclub-konstanz.de. Wir freuen uns über Kommentare und Vorschläge, die Sie dort eintragen.

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Mi. 17.10.2012 | 20:00 Uhr
Kulturzentrum am Münster / Wolkensteinsaal
Eintritt 22 € / ermäßigt 18 € / Mitglieder 14 € >> Karten bestellen

THREE FALL (D)

Lutz Streun (ts, bcl), Til Schneider (tb), Sebastian Winne (dr, perc)

Three Fall

Im September erst zurück von einer China-Tour, für die sie vom Goethe-Institut und dem Auswärtigen Amt unterstützt wurden, eröffnen die drei jungen Musiker von Three Fall den diesjährigen Jazzherbst. Das Köln-Berliner Trio mit der seltenen Besetzung Posaune, Schlagzeug, Tenorsaxophon bzw. Bassklarinette hat seit der Gründung und dem baldigen Gewinn des „future sound 2008“-Wettbewerbs der Leverkusener Jazztage auf einigen großen Festivals auf sich aufmerksam gemacht und ist mittlerweile sehr gefragt.

Beim BR Klassik hieß es „Die drei Musiker sind keine gewöhnliche Jazzband“ und so wie die beiden Bläser sich abwechselnd im Dialog, im Streit oder gegenseitiger Ergänzung befinden, vom Schlagzeuger mal angefeuert oder wieder „runtergebracht“ werden – das klingt unkonventionell und professionell, Genreseinteilungen in Jazz, Hip Hop oder Rockmusik spielen hier keine Rolle mehr. Neben dem Engagement bei Three Fall hat Lutz Streun in Berlin-Neukölln eine Saxophonschule gegründet, Til Schneider produziert Soul und Hip Hop und Sebastian Winne tritt mit weiteren Bands auf, deren Repertoire von Elektro-Free- bis Ethno-Oriental-Jazz reichen.

Bereits auf CD erschienen sind „Bomboclive“ , Live-Aufnahme von 2010 bei Konnex und „On a walkabout“ 2011 bei ACT, für das Frühjahr 2013 ist ein neues Album angekündigt.

http://threefall.de
www.youtube.com

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WOLLNY – HAUSMANN – STERNBERG (D, USA)

Michael Wollny (p), Ib Hausmann (cl), Guy Sternberg (labtop)

„Ich kann es nicht verstehen, dass man den Tod von Kindern besingen kann, wenn man sie eine halbe Stunde vorher, heiter und gesund, geherzt und geküsst hat.“ (Alma Mahler 1904)

Es ist schwere Kost, mit der sich der Pianist Michael Wollny auseinandersetzt. Eine radikale Annäherung an eine Totenklage, ein romantischer Versuch über einen elementaren Kontrapunkt und eine Perspektive, aus der die Reue, der Verlust, der Schmerz und das Sehnen ins Blickfeld geraten können, ohne ausschließlich Zitat zu sein: ein Programm mit, zu und über die Kindertotenlieder von Gustav Mahler für drei improvisierende Musiker. Der zweifache Echo-Preisträger Michael Wollny, der mit seinem expressiven Spiel längst die Grenzen zwischen E- und U-Musik überwunden hat spielt gemeinsam mit dem Klarinettisten Ib Hausmann, der sich selbst als begeisterten Interpreten klassischer und zeitgenössischer Musik bezeichnet, häufiger Gast bei der Südwestdeutschen Philharmonie ist und am So. 21. Okt. mit dem Cuarteto Casals bei den Konstanzer Solistenkonzerten zu hören, und Guy Sternberg, der mit seinen elektronischen Geräten den Klangreichtum dieses Trios erweitert.

„Ein außergewöhnliches musikalisches Abenteuer, das alle Aufmerksamkeit fordert und unter die Haut geht.“ bin, Nürnberger Nachrichten (DE), 06. November 2010

Hörproben:
www.michaelwollny.com
www.myspace.com/michaelwollny
www.youtube.com

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Do. 18.10.2012 | 20:30 Uhr
K9, Hieronymusgasse 3
Eintritt 22 € / ermäßigt 18 € / Mitglieder 14 € >> Karten bestellen

FREDY STUDER SOLO (CH)

Fredy Studer (dr)
www.fredystuder.ch

Fredy Studer

Große stilistische Breite ist geradezu ein Markenzeichen des Luzerner Schlagzeugers. Seine Spielerfahrung reicht in die frühen siebziger Jahre zurück. Studer war „Drümmeli-Maa“ bei der Baseler Fastnacht, später Mitglied unterschiedlichster Gruppen und Projekte, Freelancer bei Ensembles von „A“ wie John Abercrombie bis „Z“ wie John Zorn, weiter beschäftigt er sich mit dem seit 1990 bestehenden Hardcore-Chambermusic-Trio Koch-Schütz-Studer, der Band Phall Fatale, dem Jimi Hendrix-Projekt mit Christy Doran, Erika Stucky und Jamaaladeen Tacuma, einem Duo mit dem Altmeister und Percussion-Zauberer Pierre Favre. 1987 arbeitet er als Mitglied des Robyn Schulkowsky Ensembles“und interpretierte Stücke von Komponisten wie Steve Reich, Edgar Varèse und John Cage.

Die Musik ist stilistisch vielseitig, aber deswegen nicht beliebig. So setzte Studer Meilensteine als einer der ersten Schlagzeuger, der offene Improvisation und Grooves in seinem Stil verband. Die Fachzeitschrift „Drums & Percussion“ würdigte ihn mit der Vergabe eines Ehrentitels als „ohne Zweifel einen der innovativsten Drummer Europas“.

Fredy Studer also, obwohl seit über 50 Jahren auf der Szene aktiv, ist auch heute sicher kein Lieferant alter Kamellen – vielmehr ein hochinteressanter Zeitzeuge und einer der Protagonisten moderner Spielweise, die nicht zur Ruhe gekommen sind.

Weitere Informationen, aktuelle Projekte und Ensembles:

Hörproben:
www.fredystuder.ch
www.myspace.com/fredystuder
www.youtube.com

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PHALL FATALE (CH, GB)

Fredy Studer (dr, perc), Joana Aderi (electr, voice), Joy Frempong (voice, sampl, small instr), John Edwards (db), Daniel Sailer (db, electr. dev)
Sound by Jean-Claude Pache od. Daniel Schneider

Phall Fatale

PHALL FATALE wurde vom Schlagzeuger Fredy Studer im Frühjahr 2008 gegründet. Die Besetzung ist exzentrisch: zwei Kontrabässe, zwei Frauenstimmen, Elektronik und Schlagzeug. Seltsam auch das Klangbild: Die Stimmen der Sängerinnen mischen sich mit scharfen Elektronik-Sequenzen und dem Kraftwerk von zwei Kontrabässen.

Studer war in den achtziger Jahren in der populären Jazzrockszene mit dem Ziel unterwegs, die Verbindung zwischen Jazz und Rock zu erkunden. Phall Fatale zeigt, dass dabei nicht notwendig Jazzrock herauskommen muss. In den anschliessenden Jahren hat Studer seinen unverwechselbaren Stil verfeinert, die Entdeckerfreude und der satte Groove sind geblieben. Studer sorgt in Phall Fatale dafür, dass Improvisationen und Song zusammenfinden und schafft somit Raum für die beiden Sängerinnen. Diese beiden haben ein Stimmen-Pingpong entwickelt, das zwischen folkartiger Lyrik und beunruhigenden Träumen oszilliert. Sie erzeugen eine Klangwelt, die von bizarren Klangarchitekturen bis zu groovigen Soundscapes reicht.

Joy Frempong und Joana Aderi sind neben Gesang auch für allerlei elektronische Spielereien zuständig. Sie steuern auch eigene Stücke bei. Diese liegen irgendwo zwischen Soul und Jazz. Eingestreut in den Reigen an Eigenkompositionen finden sich auch Coverversionen von Bob Dylan und Nina Simone, die dann so gar nichts mehr mit ihren Originalen zu tun haben.

Bei Phall Fatale gelingt es den Musikern, eine Melange aus unterschiedlichen Stilen wie Soul, Jazz, Rock, Elektronik und Dub zu einem überaus eigenständigen und faszinierenden Gesamtwerk zusammenzufügen, das eigensinnig klingt und sich jeglicher Klassifizierung entzieht. Mehr noch: Die individuellen musikalischen Herangehensweisen der Musiker des Quintetts fügen sich auf geradezu gespenstische Art und Weise zu einer Einheit zusammen – Es muß eben nicht Jazzrock sein…

Hörproben:
www.myspace.com/phallfatale
www.youtube.com

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Fr. 19.10.2012 | 20:00 Uhr
Kulturzentrum am Münster
Eintritt 25 € / ermäßigt 20 € / Mitglieder 15 € >> Karten bestellen

RIESSLER – CHARIAL – DUO (D, F)

Michael Riessler (bcl), Pierre Charial (Drehorgel)

Hörproben:
www.youtube.com
www.youtube.com

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Michael Riessler BIG CIRCLE (D, F, USA)

Michael Riessler (bcl), Andereas Unterreiner (tp), Johannes Schneider (tp), Max Merseny (sax), Stephanie Lottermoser (sax), Peter Palmer (tb), Peter Laib (tb), Pierre Charial (Drehorgel), Manuel Orza (b), Robby Ameen (dr)

Michael Riessler

Michael Riessler

Mit seiner gänzlich eigenen Sprache gehört Michael Riessler zu den wenigen Musikern, die sich im Jazz wie auch in der Neuen Musik behaupten können. Improvisatorische Emphase und intellektuelles Kalkül fliessen ineinander. Seine Improvisationsmodelle schöpfen souverän aus allen Formen vergangener und gegenwärtiger Musik.

BIG CIRCLE nennt der in München lebenden Klarinettist und Komponist sein jüngstes Projekt. Die Musiker gaben ihr gemeinsames Debüt 2008 auf dem Jazzfest im österreichischen Saalfelden. „Eine Ästhetik jenseits der Fassbarkeit, abseits dessen, was Sprache auszudrücken vermag“ urteilte ein Kritiker über den Auftritt.

„Es sind ausschließlich Blasinstrumente im Einsatz. Das Gegengewicht dazu ist das Schlagzeugspiel von Robby Ameen, den ich seit vielen Jahren schon kenne und der schon bei vielen meiner Projekte (z. B. Momentum Mobile, Honig & Asche) mitgewirkt hat. In dem Stück geht es um das Verhältnis zwischen diesen beiden Kräften, dem Schlagzeug und den gewaltigen, massiven Bläsern, die zum Teil die lochkartengesteuerte Drehorgel von Pierre Charial mit ihren ungeahnte Klangmöglichkeiten übernimmt.“ Das Ergebnis: Eine im wahrsten Sinne des Wortes furiose musikalische Reise, ungeheuer temperamentvoll, die bei aller musikalischen Komplexität ungeheuer groovt!

Das im Februar 2012 bei Intuition erschienene Album wurde von der Kritik begeistert gefeiert! Im Duo mit seinem langjährigen Partner Pierre Charial an der Drehorgel leitet Michael Riessler den Abend ein.

Hörproben:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

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Sa. 20.10.2012 | 20:00 Uhr
Kulturzentrum am Münster
Eintritt 25 € / ermäßigt 20 € / Mitglieder 15 € >> Karten bestellen

RABBIT RABBIT (USA)

Carla Kihlstedt (voice, viol), Matthias Bossi (dr, perc, keyb, voice, b-harmonica)

Carla Kihlstedt Matthias Bossi

Carla Kihlstedt und Matthias Bossi tanzen auf vielen Hochzeiten. Neben ihrem Mitwirken an Fred Friths Cosa Brava verfolgen sie eigene Projekte wie Sleepytime Gorilla Museum, Tin Hat Trio, 2 Foot Yard und The Book Of Knots. Man findet die Namen der experimentierfreudigen MultiinstrumentalistInnen auch bei Tom Waits, Madleine Peyroux, Laurie Anderson, Yoko Ono und Carla Bozulich. Sie bewegen sich gewandt zwischen Independent Pop, Improvisation und Jazz. Beim Duo-Projekt Rabbit Rabbit steht die gemeinsame Liebe des Musiker-(Ehe-)Paares zu Kunstlied, Folk-Songs, improvisierter Musik und Balladen im Mittelpunkt. Mit ihren reduzierten, intimen, zwischen Rohheit und Schönheit angesiedelten Stücken gelingt es Kihlstedt und Bossi, die ZuhörerInnen in ihren Bann zu ziehen.

Hörproben:
http://kihlstedtbossi.bandcamp.com
http://rabbitrabbitradio.com
www.youtube.com

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Manfred Bründl SILENT BASS (D)

Rainer Böhm (p), Hugo Read (sax), Manfred Bründl (b), Jonas Burgwinkel (dr)

Manfred bruendl SILENT BASS

Manfred Bründl erhält den je zur Hälfte vom Land Rheinland-Pfalz und vom Südwestrundfunk (SWR) gestifteten Jazzpreis 2012. Die jüngste Veröffentlichung „Tip Of The Tongue: A Tribute to Peter Trunk“, die Bründl mit seiner neuesten Formation Silent Bass eingespielt hat, gab für die Jury auch den Ausschlag zur Wahl des 1959 in Regensburg geborenen Kontrabassisten. Es handelt sich um eine würdige Hommage an den 1973 verstorbenen Bassisten Peter Trunk und beeindruckte die Juroren vor allem wegen Bründls differenziertem Umgang mit der Geschichte des deutschen Jazz. Er sei von Trunks musikalischer Offenheit und Neugier fasziniert, von dessen technischer Präzision, den vielen Klangnuancen seines Tons, dem kraftvollen und energiereichen Spiel, sagt Bründl selbst.

Bevor es zur Preisverleihung am 31. Oktober nach Ludwigshafen geht, wird das Quartett, dem auch der Pianist Rainer Böhm, der Saxophonist Hugo Read und der Schlagzeuger Jonas Burgwinkel angehören – allesamt bestens bekannt – in Konstanz Halt machen. Man darf gespannt sein!

“ You should be very proud of your tribute to Peter – fantastic writing and playing – everyone. Congrats!!” Dave Liebman, NY, Januar 2012

Hörproben & Infos:
www.manfredbruendl.de
http://de.wikipedia.org/wiki/Manfred_Bründl

Tipp: Wiedergabe der Preisverleihung in Ludwigshafen ist am Dienstag, 20. November 2012, ab 21.03 Uhr in der Sendung „SWR2 Jazz Session“.

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Unser Dank gilt der Stadt Konstanz, dem Land Baden-Württemberg, der Kulturstiftung des Kantons Thurgau, der Stiftung Pro Helvetia und den Werbepartnern, die durch großzügige Unterstützung auch dieses Festival ermöglicht haben. Ein besonderer Dank auch an Hubl Greiner für seine Mitarbeit am Programm und sein Engagement im Jazzclub Konstanz.