Jazzclub Konstanz
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Pressestimmen zum Jazzherbst 2002

Lattion Gaggioli - DuoDer SÜDKURIER Konstanz schrieb am 29.10.2002 zum Jazzherbst:

"Der 23. Konstanzer Jazzherbst lotet mit großem Gespür die noch bleibenden Freiräume des Genres Jazz aus."

"Acht Konzerte und vier Tage balanciert der Jazzclub Konstanz mottogerecht "an der Grenze". Das Wagnis wurde belohnt: 93 Besucher wurden durchschnittlich von den acht Konzerten angelockt - eine Menge für eine Reihe, deren einzige Routine darin besteht, nicht in Gemütlichkeit zu erstarren."

"Für den 23. Jazzherbst hat der Jazzclub Konstanz ausnahmslos Künstler engagiert, die ein sicheres Gespür für den verbliebenen Freiraum besitzen und ihn nutzen..."

"Solange der Jazzclub weiter macht, kann man sicher sein, dass der Musik das Wasser nicht bis zum Halse steht. Denn eher würde ein Jazzherbst ausfallen, als dass der Club ein schlechtes Programm auf die Beine stellt."


Zu "Nackter Bote" (24.10.2002)

Der SÜDKURIER Konstanz am 26.10.2002: "Das Trio gibt dem Jazz nichts Geringeres als eine neue Formensprache, eine Art der notierten Improvisation. Verschrobene Melancholie geht über in ekstatische Charlie-Parker-Soli. Wie ein Schwarm Kaulquappen finden die Klänge zu energetischen Höhepunkten... ... unendlich wandlungsfähig ist diese Musik. Erratisch, schräg, klingt Neue Musik an, bis der vermeintliche Free Jazz auch dies vertrackte Ordnung auflöst."

Steffen SchornZu "Autofab" (24.10.2002)

schrieb der SÜDKURIER Konstanz am 26.10.2002: "Druckvoll verbindet sich fieser Krautrock mit dem Funk von James Brown. Die Musik von Autofab ist bunt wie ein 10-Pfennig-Lutscher, gemeinsam bringen die drei Musiker Underground-Attitüden in den Jazz ein, vermischen ihn mit elektronischen Experimenten und einem Scatgesang, der an dadaistische Lautgedichte grenzt."

Zu "Lattion-Gaggioli" (25.10.2002)

schrieb der SÜDKURIER Konstanz am 28.10.2002: "In ihren langen, aber einfallsreichen Improvisationen inspirierten sich die beiden aus Fribourg stammenden Musiker gegenseitig. Der ruhige und fern an Musik von Debussy erinnernde Pianoauftakt bot dem Saxophon die Grundlage für ein moderates Solo, das sich später in perlenden uns aufregenden Läufen auflöste."

Zu "Newton-Huber-Puschnig" (25.10.2002)

schrieb der SÜDKURIER Konstanz am 28.10.2002: "Mit elektronischen Samplern und Sequenzern ausgestattet, erzeugte Huber mit dem Schlagwerk angehauchte Klangteppiche, auf die Saxophon und Stimme aufbauen konnten. Stimmen deshalb, weil Lauren Newton anstatt einer Gesangslinie zumeist Geräusche und "Effekte" produzierte, wie sie das Publikum wohl selten gehört hatte - faszinierte und erstaunte Blicke in allen Reihen."

Clarinet TrioZu "Schorn-Puntin" (25.10.2002)

schrieb der SÜDKURIER Konstanz am 28.10.2002: "Auf absolut derselben Wellenlänge agierten beim abschließenden Konzert Steffen Schorn und Claudio Puntin: Perfekt abgestimmt spielten sich beide Künstler mit geschlossenen Augen beinahe in Trance. Kaum enden wollende Klarinettenläufe stimmten sich in stilistischer Vielfalt auf die Begleitung von Bass- und Baritonsaxophon ein; mal ein dezentes Pianissimo, dann ein rhythmisch donnerndes Forte. Selten wurden die technischen wie musikalischen Möglichkeiten der gespielten Instrumente so feinfühlig und beinahe liebevoll ausgereizt. Ein fulminantes Finale eines fulminanten und anspruchsvollen Konzertes."

Zu "Clarinet Trio" (26.10.2002)

schrieb der SÜDKURIER Konstanz am 29.10.2002: "Die lachenden Klezmer-Klarinetten hängen uns zum Halse raus und Benny Goodman ist lange tot. Also, wie soll´s weitergehen mit einem Instrument, dem zuletzt Eric Dolphy und Jimmy Giuffre neue Klangmöglichkeiten abgewonnen haben - vor immerhin schon vierzig Jahren? Die Antwort heißt "Clarinet Trio" und kommt aus Berlin. Konsequent weigern sich die drei, im alten Stil zu swingen... Stets ist Klarheit in Auflösung begriffen, wird angezweifelt und schließlich auf scheinbar absichtslose Weise erneut hergestellt."

Zu "Zoom" (26.10.2002)

schrieb der SÜDKURIER Konstanz am 29.10.2002: "Nils Wograms Posaune summt wie eine gefangene Fliege unter dem umgedrehten Einmachglas. Gleich darauf singt der Posaunist in changierenden Tonhöhen in sein Mundstück... So umkreisen die Klänge einander; magisch schöner Obertongesang. Niggli ist ein intensiver, feinfühliger, für manches Ohr aber auch übereifriger Schlagzeuger. Mit dem ganzen Körper vollzieht er die Melodielinien seiner Mitspieler nach... und umspielt etwa Philipp Schaufelbergers zersprungene, spleenige Soli mit einer Unzahl von Trommeln und Becken... Schlagzeug, Posaune und Gitarre stehen immer kurz vor der Kollision, fürchten aber den Zusammenprall nicht und gehen deshalb alle zeitgleich durchs Ziel. Niggli, Wogram und Schaufelberger sind dir Stuntmen des Jazz; zumindest in ihren besten Augenblicken."

ZoomZur "Festivalband" (27.10.2002)

schrieb der SÜDKURIER Konstanz am 29.10.2002: "Nur zwei Tage Zeit blieb den Musikern der Festivalband, um das große Abschlusskonzert des 23. Konstanzer Jazzherbsts zu proben. Acht Kompositionen hat der Jazzclub bei Ewald Hügle und Gregor Hübner bestellt. Von Nervosität jedoch ist nichts zu spüren, als das "Intro" von Gregor Hübner anhebt: Geige, Cello (David Gattiker), Gitarre (Urs Röllin) und Bass (Christian Weber) schaffen eine elegische, unwirkliche Stimmung. Wie aus dem Hades entsteigen Steffen Schorns Bass-Saxophon düstere Schwaden - bis Lucas Niggli am Schlagzeug sich einwebt; sachte erst, dann fordernder, bis sich ein freies, entfesseltes Duell mit dem aufheulenden Bass-Saxophon entspinnt. Der erste Gipfelpunkt des Abends ist da, und nun steht fest, dass die Gefahr des Scheitern gebannt ist..."

"Konstanz Nr. 1", wie Ewald Hügle eines seiner Stücke provisorisch benennt, besitzt den Gestus einer Suite. Niggli verlässt seine Trommeln, dirigiert das Ensemble mit dem Taktstock. Die auffahrenden Triller Gregor Hübners werden durch Gleichmut kontrastiert: Ewald Hügle (Saxophon), Nils Wogram (Posaune) und Claus Stötter (Trompete) arbeiten stoisch, abweisend dem Aufruhr entgegen..."

"Die Festivalband erschafft moderne Musik jenseits der Jazzgrenzen, wie sie ernsthafter, auch fiebernder nicht sein könnte. Die deutsch-schweizerischen Musiker liefern die packendste, reifste und stilistisch vielseitigste Leistung eines Festivals, das keine Schwächen zeigte."

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